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Serpaf                                             21.05.2020

Arbeit mit unserem COVID19-Notfallplan

In Zeiten solch enormer Herausforderungen sucht auch Serpaf – wie die übrige Welt – nach Strategien, um mit der wohl ungewöhnlichsten Situation umzugehen, die uns in letzter Zeit passiert ist.

Wir isolieren uns und die Präsenzaktivitäten sind seit dem 16. März ausgesetzt. Seitdem läuft unsere Kommunikation mit den Kindern, Jugendlichen und ihren Familien online.

Wir haben ein Notfallprojekt erarbeitet, um den Kontakt mit den Familien durch unsere Arbeit auf Distanz und von Zuhause aus aufrechtzuerhalten. Hierzu setzen wir folgende Ressourcen ein: aktives Zuhören auf telefonischem Wege; das Versenden von kurzen Impulsvideos zu Aktivitäten, die die ganze Familie zusammen umsetzen kann; Vorschläge und psychosoziale Begleitung von Aktivitäten, die das familiäre Zusammenleben verbessern und mögliche negative Folgen der sozialen Isolation reduzieren können; sowie die Weiterleitung von Anfragen an die zuständigen öffentlichen Stellen.

Die Aktionen werden im Einklang mit den Achsen unserer Arbeit durchgeführt:

Politik: Kontinuierliche Bereitstellung von Informationen über die vorhandenen öffentlichen und zivilgesellschaftlichen Hilfsnetzwerke in der Stadt, über Kommunikationskanäle der Sozialen Arbeit zur Begleitung und Beratung der Familien, sowie über den Zugang zu aktuellen Unterstützungsleistungen und mehr.

Gesundheit und Zusammenleben: Entwicklung von spielerischen und lehrreichen Aktivitäten, die von den Familien gemeinsam durchgeführt werden.

Schutz vor Gewalt: Direkte oder indirekte Thematisierung von Vernachlässigung und Gewalt innerhalb der Familien in dieser Zeit der Isolation, sowie Bereitstellung von Informationen über Möglichkeiten, Rechtsverletzungen anzuzeigen.

Der Notfallplan begann mit der Kontaktierung der Familien per Telefon, der Erhebung von Informationen zu ihren Lebensbedingungen während der Isolation und zu den vorhandenen technischen Ressourcen um an den Online-Aktivitäten teilzunehmen. Desweiteren erfragten wir ihre akuten Bedarfe, um die entsprechend notwendigen Unterstützungsmöglichkeiten auszumachen.

Das Team produziert kurze thematische Videos und schickt sie den Familien. Danach werden virtuelle Treffen vereinbart, wo die persönlichen Erfahrungen, Wahrnehmungen, Assoziationen und Resonanzen zum Thema ausgetauscht werden. Die Aktivitäten beinhalten auch Spiele, die in den Familien entwickelt werden, sowie Videobesprechungen, in denen Aspekte des familiären Zusammenlebens diskutiert werden.

Selbstverständlich ist die Anzahl der Personen, die durch die Online-Aktivitäten erreicht werden, ziemlich gesunken. Uns erreichen aber viele Anfragen nach Lebensmittelpaket-Spenden und nach Informationen und Unterstützung bei der Beantragung von derzeitigen Hilfsleistungen. Bereits 140 Lebensmittelpakete haben wir den Familien nach Hause geliefert, und seit Anfang Mai liefert auch das städtische Bildungsamt Lebensmittel, die die Kinder sonst in der Schulkantine bekommen würden.

In Sete Lagoas, einer Stadt mit etwa 250.000 Einwohner*innen, haben wir heute mehr als 1000 COVID19-Verdachtsfälle und 11 bestätigte Fälle. In ganz Brasilien ist die Informationslage über die Fallzahlen ungenügend; bekannt ist, dass die Zahl der Todesfälle aufgrund von Atemwegserkrankungen deutlich angestiegen ist. Brasiliens Präsident hat sich von Anfang an auf die Seite der Wirtschaft gestellt und vernachlässigt die öffentliche Gesundheit. Dies erschwert die Aufklärung der Bevölkerung über die Wichtigkeit, zu Hause zu bleiben. Dennoch haben die Gouverneur*innen und Bürgermeister*innen in ihrer Mehrheit die Restriktionen und Schließungen bezüglich Geschäften und Schulen aufrechterhalten.

Bei Serpaf sind aktuell mehr als die Hälfte der Verträge der Mitarbeitenden zeitweise ausgesetzt. Die Bundesregierung hat die Provisorische Maßnahme 936 (Medida Provisória 936) erlassen, die die Reduktion der Arbeitszeit oder die Unterbrechung des Vertrags erlaubt. Diese Maßnahme sieht vor, dass die Bezahlung der Arbeitnehmenden von der Regierung (anteilsweise) übernommen wird. Bei einem Verdienst bis zu 1.800,00 Reais monatlich wird der volle Betrag ausgezahlt. Bei einem Verdienst darüber werden proportionale Minderungen vorgenommen, die von der Regierung berechnet werden.

Eine weitere Maßnahme ist die vom Bundeskongress verabschiedete Notfallunterstützung (Auxílio Emergencial). Dabei handelt es sich um eine finanzielle Leistung für informelle Arbeiter*innen, für Kleinunternehmer*innen (MEI), Selbstständige und Arbeitslose. Ziel ist es, die ökonomische Absicherung während der durch das Coronavirus/COVID19 ausgelösten Krisenperiode zu stärken. Die Zahlungen von monatlichen 600,00 Reais werden für drei Monate gewährleistet und können von maximal zwei Personen pro Familie in Anspruch genommen werden.

Wir machen weiter, in Zeiten der Unsicherheit, der Angst und der Hoffnung, wir arbeiten mit einem stark verkleinerten Team, doch mit der gleichen transformativen Energie und Absicht.

Wir wünschen der Serpaf-Familie in Essen von Herzen Gesundheit und danken zutiefst für die Unterstützung, die so unerlässlich für unser Weiterarbeiten ist.

Serpaf – Sete Lagoas