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Evangelische Kirchengemeinde Werden

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Ansprache unseres Pfarrers Oliver Ruoß anlässlich der Statio der Ludgerusprozession im Kirchgarten unserer Kirche am 03.September 2017

Der Heilige Ludger

P1050366Ich begrüße Sie  ganz herzlich zur Statio, zur Station an der Evangelischen Kirche. Ich freue mich, dass Sie gekommen sind. Und ich betone das in diesem Jahr besonders: Denn im vergangenen Jahr sind Sie ja nicht gekommen, da ist die Prozession und damit auch die Statio hier buchstäblich ins Wasser gefallen. Im vergangenen Jahr gab es im Zusammenhang des Ludgerusfestes aber nicht nur Regen, nicht nur Wasser, sondern auch Feuer. Viele von Ihnen waren dabei und werden sich sicher erinnern: Im Schreinerhebungsgottesdienst ging auf einmal der Feueralarm an. Bei der Fürbitte war Weihrauch verbrannt worden, vielleicht war noch viel Staub in der Kirche von den Renovierungsmaßnahmen, jedenfalls ging der Feueralarm an. Ziemlich nervend, ziemlich störend, kann man vielleicht denken. Aber gewissermaßen fand ich das sehr schön und passend: Denn der Feueralarm ging genau zu dem Zeitpunkt an, als wir miteinander gesungen haben: “Veni Sancte Spiritus, tui amoris ignem accende.” “ Komm, heiliger Geist, entzünde das Feuer deiner Liebe.” Das ist doch sehr passend, wenn man um das Feuer des Heiligen Geistes, um das Feuer seiner Liebe bittet – und dann der Feueralarm angeht. Und das ist mein frommer Wunsch für uns alle: Dass dieses Feuer tatsächlich immer wieder bei uns entfacht wird. Die Ludgerusprozession ist in Werden eine  alte Tradition. Vielleicht kennen Sie das Wort von Benjamin Franklin – es gibt es in zahlreichen Varianten auch von anderen berühmten Menschen: "Tradition heißt nicht, Asche zu bewachen, sondern die Glut anzufachen".

In Werden lautet das ökumenische Motto für dieses Jahr 2017, das ja auch das Gedenkjahr für 500 Jahre Reformation ist: “Ludger trifft Luther.

Das wünsche ich mir für unsere katholische und evangelische Gemeinden hier: Dass es bei dem Gedenken an Ludger und an Luther nicht um Geschichtsunterricht geht, sondern darum, dass das Feuer der Liebe Gottes bei uns immer wieder neu entfacht wird – was ja das Anliegen von Ludger und was das Anliegen von Luther war. Und wo dieses Feuer brennt,
da werden die Unterschiede zwischen den Konfessionen ziemlich unwichtig. Und dann geschieht das, was Paulus im Brief an die Philipper formuliert und was wir jetzt hören.

Lesung: Philipper 2, 1-5

“Ist nun bei euch Ermahnung in Christus, ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes, ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit, so macht meine Freude dadurch vollkommen, dass ihr eines Sinnes seid, gleiche Liebe habt, einmütig und einträchtig seid. Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst, und ein jeder sehe nicht auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient. Seid so unter euch gesinnt, wie es der Gemeinschaft in Christus Jesus entspricht.”

 

Lebensweg des Heiligen Ludger
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Blick zurück:
Erste Statio der Ludgerusprozession
vor der Evangelischen Kirche Werden
im Jahr 1995   (pdf)